Varanus albigularis microstictus

Schwarzkehlwaran

Varanus albigularis microstictus

Über Varanus albigularis microstictus

Zusammenfassung

Dies ist ein zusammenfassender kurzer Ausschnitt aus der weiterführenden Literatur und meinen eigenen Erfahrungen! 
Der Schwarzkehlwaran bzw. Varanus albigularis microstictus kommt aus Ostafrika und beheimatet dort verschiedene Habitate, die wüstenähnliche Strukturen aufweisen.

Der Schwarzkehlwaran bekommt je nach Geschlecht rund 120 bis 160cm Gesamtlänge.

Varanus albigularis, Daudin 1802

Varanus tristis

Haltung

Einrichtung des Terrariums:

Das Terrarium für Varanus albigularis sollte in den Größen etwa so entsprechen:

Anzahl: 1-3 Tiere
Alter: 1-3 Monate
Größe: 100x50x50cm oder ähnlich

Anzahl: 1-3 Tiere
Alter: 4-6 Monate
Größe: 150x60x60cm oder ähnlich

Anzahl: 1-3 Tiere
Alter: 6-12 Monate
Größe: 200x100x100cm oder ähnlich

Anzahl: 1.1 – 1.2 / Pärchen bis Gruppenhaltung
Alter: 12 Monate bis Adult
Größe: 4 bis 20 Quadratmeter und Raumhöhe oder ähnlich (Bei Gruppenhaltung natürlich größer!)

Technik und Temperaturen:
Varanus albigularis benötigt für eine dauerhafte und gute Haltung mit Nachzuchterfolgen auch eine dementsprechend gute Beleuchtung, die sich in der Intensität der Sonnenstrahlung in Afrika ähneln sollte. Man sollte an Technik nur das Beste erhältliche auf dem Markt benutzen und dazu gehören eben T5 Leuchtstoffröhren, sowie LEDs als Grundbeleuchtung. Je nach Beckengröße werden dort unterschiedlich starke Leuchtmittel benötigt. Um die erforderlichen Temperaturen, die hohe & starke Helligkeit, sowie sowie UV-Versorgung im Becken sicher zu stellen.
Die Wahl fällt da auf HIDs aus Alu. Welcher der Hersteller dort bevorzugt wird – Solar Raptor und X-Reptile, es gibt aber auch viele andere gute Hersteller. Diese sondern nicht nur viel Licht ab, sondern geben auch einen UV-Anteil in den für die Tiere relevanten UV-Bereichen ab. Dieser UV-Anteil ist besonders wichtig für den Knochenaufbau und die Vitamin D3-Synthese, damit keine Krankheiten wie Rachitis (bei Jungtieren) oder Osteomalazie (bei Adulten) auftreten können. Diese sind in verschiedenen Watt-Stärken (35W, 50W, 70W, 100W und 150W) erhältlich und sollten in der Stärke an die Größe des Terrariums individuell angepasst werden und richten sich nach der Größe, dem Aufstellungsort und des Materials, aus dem das Terrarium besteht. Eine Grundtemperatur von 25-35°C und ein oder mehrere Sonnenplätze mit Temperaturen um die 55°C werden für das Wohlbefinden, das Wachstum und die Verdauung benötigt und sollten den Tieren auch zur Verfügung gestellt werden.

Varanus tristis

Haltung im allgemeinen:

Die Haltung des Schwarzkehlwarans gestaltet sich recht schwierig aufgrund der adulten Größe und des damit verpflichtend benötigtem hohen Platzbedarf, sowie hohe Energiekosten. Die Haltung sollte in einem geräumigen Terrarium mit einem Bodengrund aus Sand und Lehm/Ton praktiziert werden. Ich empfehle entweder Spielsand aus dem Baumarkt, der für die Spielkästen für Kinder gedacht ist oder speziell für die Terraristik entwickelten Wüstensand, der aus verschiedenen Gegenden (in der Regel aus Afrika) importiert wurde. Es sollte besonders darauf geachtet werden, dass diesem Sand Lehm/Ton (Lucky Reptile Herp Pottery) hinzugefügt wird, damit der Bodengrund nach dem Aushärten fest wird und somit den Tieren die Möglichkeit gegeben wird sich Gänge anzulegen. Ansonsten haben die Tiere nicht die Möglichkeit, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben.
Die Inneneinrichtung spielt bei den Großwaranen eine wichtige Rolle und sollte unbedingt mit Bedacht eingerichtet werden. Eine Rückwand macht nur bei Jungtieren Sinn, da die Tiere mit zunehmendem Alter immer mehr bodenlebend werden und der Körperbau auch ein gutes Klettern nicht ermöglicht. Daher sollten die Aufbauten im Terrarium auch nicht so gewählt sein, das die Tiere aus 2m Höhe abstürzen können, da sie sich sonst starke Verletzungen zu ziehen können.
Weitere wichtige Einrichtungsgegenstände sollten eine Wasserschale sein, die der Größe der jeweiligen Tiere angepasst wird und durch verschiedene Steinplatten (Schiefer), Ästen und Röhren (am besten aus Kork, da dort in der Regel kein Ungeziefer enthalten ist) vervollständigt wird. Dabei sollten Korkäste und Korkröhren zum Einsatz kommen. Besonders Körkröhren bieten noch den Vorteil, daß sich die Tiere aufwärmen können und dabei ein erhöhtes Sicherheitsgefühl haben.
Die von den Tieren gern genutzten "Wetboxen" sollten noch zur Ansprache kommen, da diese auch Weibchen eine einfache und unkomplizierte Eiablage ermöglichen. Ansonsten müsste der Bodengrund im Becken mindestens 50cm für eine erfolgreiche Eiablage betragen. Die "Wetboxen" unterstützen und erleichtern auch die Häutung der Tiere. Solch eine Kiste besteht meistens bei mir aus einer schwarzen Kiste mit verschließbarem Bügel, die es für ein gutes Preis/Leistungsverhältnis im Internet zu erwerben gibt. Gefüllt sind die "Wetboxen" mit einem Gemisch aus Sand/Humus oder nur mit Humus, weil dies den natürlichen Verhältnissen näher kommt, als nur eine mit Sand gefüllte Kiste.
Ein regelmäßiges Sprühen im Terrarium erhöht die Luftfeuchtigkeit und unterstützt ebenfalls die Häutung der Tiere. Ich sprühe in den Sommermonaten täglich 1-mal und in den Wintermonaten nur noch 2-mal pro Woche.
Warane sind und bleiben Einzelgänger! Schwarzkehlwarane vertragen sich meistens nicht so gut und sollten daher in der Paar- und Gruppenhaltung sehr stark beobachtet werden, da die "Harmonie" von einem zum anderen Moment umschlagen kann und dann die Tiere einzeln gehalten werden müssen!

Varanus tristis

Varanus tristis

Nahrung:

Der Schwarzkehlwaran ist als Großwaran sehr von Verfettung gefährdet! Um dieser vorzubeugen, sollte man genau darauf achten, was man in welcher Menge verfüttert. Eine zu reichhaltige Ernährung mit Fetten und Eiweißen kann auf Dauer den Organismus der Warane sehr stark schädigen und unter Umständen sogar zum Tod durch Versagen der Lebenswichtigen Organe wie z.B. Leber oder Niere führen. Man sollte in seiner Fütterung unterscheiden, ob man Jungtiere, mittlere oder Adulte Tiere besitzt, denn diese sollten sehr unterschiedlich ernährt werden. Während Jungtiere täglich mit Futter versorgt werden, sollten mittlere Tiere in einem Alter von 6-12 Monaten mindestens 2 Fastentage pro Woche einlegen. Adulten Exemplaren reicht eine zweimalige Fütterung pro Woche mit einer kleineren Menge, da sie die Nahrung nicht mehr in Wachstum, sondern der Anlagerung von Fettreserven investieren. Diese Fettreserven können durch die doch relativ geringe Bewegung in der Terrarienhaltung auch zu dauerhaften Schäden an den verfetteten Organen führen. Deshalb der Spruch bei Adulten Waranen: “Weniger ist mehr!”
Circa 80% der Nahrung für den Schwarzkehlwaran sollte aus Insekten bestehen. Es werden überwiegend Heuschrecken und Schaben verfüttert. Weiterhin werden als Ergänzung Grillen und Heimchen gefüttert. Als Erweiterung des Speiseplans können noch Nager (Mäuse- & Rattenbabys), Fische (Stinte) und Wachteleier in kleinen Portionen gereicht werden, die aber nur einen sehr geringen Teil der Nahrung ausmachen sollten! Innereien oder Muskelfleisch aus dem Supermarkt sollten gar nicht verfüttert werden! Besonders trächtige Weibchen werden während der Trächtigkeit und nach der Eiablage mit Nagern versorgt. Als wichtig sollte auch das sogenannte „good feeding“ erachtet werden und Anwendung bei gekauften Futtertieren finden und diese sollten dann noch wegen des schlechten Phosphor : Calcium – Verhältnisses mit einem Vitamin/Mineralstoffpräparat versetzt werden, das aus folgender Mischung bestehen sollte:
1/2     Nekton Rep / Herpetal Complete
1/2     Nekton Calcium + D3 / Herpetal Mineral + D3
Alternativ sind aber auch andere Präparate zu erwähnen, die bei anderen Haltern zu einer erfolgreichen Haltung geführt haben, wie z.B. Korvimin ZVT, Sepiaschale oder ähnliche Präparate.
Geschlechtserkennung:
Das Geschlecht bei Waranen ist in der Regel recht schwierig zu erkennen und bei  Schwarzkehlwaranen erst sicher, wenn diese ihre Hemipenis (Männchen) ausgestülpt haben oder ein Weibchen eindeutig ihre Hemiclitoris zeigt. Es gibt viele verschiedene Methoden zum Geschlechtsbestimmen von Reptilien – sondieren, poppen, röntgen, DNA, Licht usw.. Als Indizien zur Geschlechtsbestimmung können 2 Tiere miteinander verglichen werden. Dabei sollte die Kloakenregion verglichen werden. Wenn diese bei einem Tier größer sind als bei dem anderem und dieses Tier dazu auch noch „wuchtiger“ ist und eine breitere Halsregion vorweist spricht vieles dafür, dass dieses Tier ein Männchen ist.
Auf die Zucht möchte ich nicht weiter eingehen, denn diese ist recht Komplex und wird in der Haltung keine Rolle spielen. Informationen zur Vermehrung kann man der weiterführenden Literatur entnehmen. Die sollte sich sowieso zur Wissensbereicherung zugelegt werden!

Varanus tristis

Weiterführende Literatur:
Warane - Lebensweise, Pflege, Zucht - von Bernd Eidenmüller (2009) - Herpeton Verlag - ISBN 3-936180-29-6
Warane und Krustenechsen - Varanoid Lizards - Band 6 von Bernd Eidenmüller und Hans-Dieter Phillipen (2008) - Chimaira - ISBN 978-3-89973-356-3
Faszination Warane - Pflege und Zucht - von Hermann Seufer, Thomas Müller & Andreas Kirschner (1996) - Kirschner - ISBN 978-3-9804207-2-3
Wikipedia unter dem Suchbegriff: "Varanus albigularis"

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