Varanus pilbarensis

Pilbara Felsenwaran

Varanus pilbarensis

Über Varanus pilbarensis

Zusammenfassung

Dies ist ein zusammenfassender kurzer Ausschnitt aus der weiterführenden Literatur und meinen eigenen Erfahrungen!  Der Pilbara Felsenwaran bzw. Varanus pilbarensis kommt aus Australien und beheimatet dort verschiedene Habitate, die wüstenähnliche Strukturen aufweisen. Er gehört zur Untergattung „Odatria“ und kann variable Gesamtlängen von 35 bis 50cm erreichen.

Varanus pilbarensis, Storr 1980

Varanus pilbarensis

Haltung

Einrichtung des Terrariums:

Das Terrarium für Varanus pilbarensis sollte in den Größen etwa so entsprechen:

Anzahl: 1-3 Tiere
Alter: 1-3 Monate
Größe: 60x50x60cm oder ähnlich

Anzahl: 1-3 Tiere
Alter: 4-6 Monate
Größe: 80x50x80cm oder ähnlich

Anzahl: 1.1 Pärchenhaltung
Alter: 6-12 Monate
Größe: 150x80x100cm oder ähnlich

Technik und Temperaturen:
Varanus pilbarensis benötigt für eine dauerhafte und gute Haltung mit Nachzuchterfolgen auch eine dementsprechend gute Beleuchtung, die sich in der Intensität der Sonnenstrahlung in Australien ähneln sollte. Man sollte an Technik nur das Beste erhältliche auf dem Markt benutzen und dazu gehören eben T5 Leuchtstoffröhren, sowie LEDs als Grundbeleuchtung. Je nach Beckengröße werden dort unterschiedlich starke Leuchtmittel benötigt. Um die erforderlichen Temperaturen, die hohe & starke Helligkeit, sowie sowie UV-Versorgung im Becken sicher zu stellen.
Die Wahl fällt da auf HIDs aus Alu. Welcher der Hersteller dort bevorzugt wird – Solar Raptor und X-Reptile, es gibt aber auch viele andere gute Hersteller. Diese sondern nicht nur viel Licht ab, sondern geben auch einen UV-Anteil in den für die Tiere relevanten UV-Bereichen ab. Dieser UV-Anteil ist besonders wichtig für den Knochenaufbau und die Vitamin D3-Synthese, damit keine Krankheiten wie Rachitis (bei Jungtieren) oder Osteomalazie (bei Adulten) auftreten können. Diese sind in verschiedenen Watt-Stärken (35W, 50W, 70W, 100W und 150W) erhältlich und sollten in der Stärke an die Größe des Terrariums individuell angepasst werden und richten sich nach der Größe, dem Aufstellungsort und des Materials, aus dem das Terrarium besteht. Eine Grundtemperatur von 25-35°C und ein oder mehrere Sonnenplätze mit Temperaturen um die 55°C werden für das Wohlbefinden, das Wachstum und die Verdauung benötigt und sollten den Tieren auch zur Verfügung gestellt werden.

Varanus pilbarensis

Haltung im allgemeinen:

Die Haltung sollte in einem geräumigen Terrarium mit einem Bodengrund aus Sand und Lehm/Ton praktiziert werden. Ich empfehle entweder Spielsand aus dem Baumarkt, der für die Spielkästen für Kinder gedacht ist oder speziell für die Terraristik entwickelten Wüstensand, der aus verschiedenen Gegenden (in der Regel aus Afrika) importiert wurde. Es sollte besonders darauf geachtet werden, dass diesem Sand Lehm/Ton (Lucky Reptile Herp Pottery) hinzugefügt wird, damit der Bodengrund nach dem Aushärten fest wird und somit den Tieren die Möglichkeit gegeben wird sich Gänge anzulegen. Dies wird bei Varanus pilbarensis nicht so viel genutzt, sollte aber angeboten werden. Die Inneneinrichtung spielt bei den australischen Zwergwaranen eine wichtige Rolle und sollte unbedingt mit Bedacht eingerichtet werden. Eine Rückwand sollte den Tieren dazu dienen, ihrem Bewegungsdrang gerecht zu werden und ihnen eine größere Aktivitätsfläche zur Verfügung zu stellen. Ob diese nun aus den gern genutzten Korkplatten (Naturkork oder der schwarze Presskork) oder einer Rückwand, die aus Styropor und Bauschaum vorgeformt wurde und mit Flex-Fliesenkleber versiegelt wurde, sollte jeder alleine entscheiden, denn für die Tiere spielt das eine etwas untergeordnete Rolle. Weitere wichtige Einrichtungsgegenstände sollten eine Wasserschale sein, die der Größe der jeweiligen Tiere angepasst wird und durch verschiedene Steinplatten (Schiefer), Ästen und Röhren (am besten aus Kork, da dort in der Regel kein Ungeziefer enthalten ist) vervollständigt wird. Dabei sollten Korkäste und Korkröhren zum Einsatz kommen. Besonders Körkröhren bieten noch den Vorteil, daß sich die Tiere aufwärmen können und dabei ein erhöhtes Sicherheitsgefühl haben. Die von den Tieren gern genutzten "Wetboxen" sollten noch zur Ansprache kommen, da diese auch Weibchen eine einfache und unkomplizierte Eiablage ermöglichen. Ansonsten müsste der Bodengrund im Becken mindestens 20cm für eine erfolgreiche Eiablage betragen. Die "Wetboxen" unterstützen und erleichtern auch die Häutung der Tiere. Solch eine Kiste besteht meistens bei mir aus einer schwarzen Kiste mit verschließbarem Bügel, die es für ein gutes Preis/Leistungsverhältnis im Internet zu erwerben gibt. Gefüllt sind die "Wetboxen" mit einem Gemisch aus Sand/Humus oder nur mit Humus, weil dies den natürlichen Verhältnissen näher kommt, als nur eine mit Sand gefüllte Kiste. Ein regelmäßiges Sprühen im Terrarium erhöht die Luftfeuchtigkeit und unterstützt ebenfalls die Häutung der Tiere. Ich sprühe in den Sommermonaten täglich 1-mal und in den Wintermonaten nur noch 2-mal pro Woche. Warane sind und bleiben Einzelgänger! Pilbara Felsenwarane vertragen sich meistens sehr gut und können "sozial" sein, jedoch muß immer bedacht werden, daß dies von einem zum anderen Moment umschlagen kann und dann die Tiere einzeln gehalten werden müssen!

Varanus pilbarensis

Varanus pilbarensis

Nahrung:
Der Pilbara Felsenwaran ist als australischer Zwergwaran sehr von Verfettung gefährdet! Um dieser vorzubeugen, sollte man genau darauf achten, was man in welcher Menge verfüttert. Eine zu reichhaltige Ernährung mit Fetten und Eiweißen kann auf Dauer den Organismus der Warane sehr stark schädigen und unter Umständen sogar zum Tod durch Versagen der Lebenswichtigen Organe wie z.B. Leber oder Niere führen. Man sollte in seiner Fütterung unterscheiden, ob man Jungtiere, mittlere oder Adulte Tiere besitzt, denn diese sollten sehr unterschiedlich ernährt werden. Während Jungtiere täglich mit Futter versorgt werden, sollten mittlere Tiere in einem Alter von 6-12 Monaten mindestens 2 Fastentage pro Woche einlegen. Adulten Exemplaren reicht eine zweimalige Fütterung pro Woche mit einer kleineren Menge, da sie die Nahrung nicht mehr in Wachstum, sondern der Anlagerung von Fettreserven investieren. Diese Fettreserven können durch die doch relativ geringe Bewegung in der Terrarienhaltung auch zu dauerhaften Schäden an den verfetteten Organen führen. Deshalb der Spruch bei Adulten Waranen: “Weniger ist mehr!”
Circa 95% der Nahrung für den Pilbara Felsenwaran sollte aus Insekten bestehen. Es werden überwiegend Heuschrecken und Schaben verfüttert. Weiterhin werden als Ergänzung Grillen und Heimchen gefüttert. Als Erweiterung des Speiseplans können noch Nager (Mäuse- & Rattenbabys), Fische (Stinte) und Wachteleier in kleinen Portionen gereicht werden, die aber nur einen sehr geringen Teil der Nahrung ausmachen sollten! Innereien oder Muskelfleisch aus dem Supermarkt sollten gar nicht verfüttert werden! Besonders trächtige Weibchen werden während der Trächtigkeit und nach der Eiablage mit Nagern versorgt. Als wichtig sollte auch das sogenannte „good feeding“ erachtet werden und Anwendung bei gekauften Futtertieren finden und diese sollten dann noch wegen des schlechten Phosphor : Calcium – Verhältnisses mit einem Vitamin/Mineralstoffpräparat versetzt werden, das aus folgender Mischung bestehen sollte:
1/2     Nekton Rep / Herpetal Complete
1/2     Nekton Calcium + D3 / Herpetal Mineral + D3
Alternativ sind aber auch andere Präparate zu erwähnen, die bei anderen Haltern zu einer erfolgreichen Haltung geführt haben, wie z.B. Korvimin ZVT, Sepiaschale oder ähnliche Präparate.
Geschlechtserkennung:
Das Geschlecht bei Waranen ist in der Regel recht schwierig zu erkennen und bei Pilbara Felsenwaranen erst sicher, wenn diese ihre Hemipenis (Männchen) ausgestülpt haben oder ein Weibchen eindeutig ihre Hemiclitoris zeigt. Es gibt viele verschiedene Methoden zum Geschlechtsbestimmen von Reptilien – sondieren, poppen, röntgen, DNA, Licht usw.. Als Indizien zur Geschlechtsbestimmung können 2 Tiere miteinander verglichen werden. Dabei sollte die Kloakenregion verglichen werden. Wenn diese bei einem Tier größer sind als bei dem anderem und dieses Tier dazu auch noch „wuchtiger“ ist und eine breitere Halsregion vorweist spricht vieles dafür, dass dieses Tier ein Männchen ist.
Auf die Zucht möchte ich nicht weiter eingehen, denn diese ist recht Komplex und wird in der Haltung keine Rolle spielen. Informationen zur Vermehrung kann man der weiterführenden Literatur entnehmen. Die sollte sich sowieso zur Wissensbereicherung zugelegt werden!

Varanus pilbarensis

Weiterführende Literatur: Warane - Lebensweise, Pflege, Zucht - von Bernd Eidenmüller (2009) - Herpeton Verlag - ISBN 3-936180-29-6
Warane und Krustenechsen - Varanoid Lizards - Band 6 von Bernd Eidenmüller und Hans-Dieter Phillipen (2008) - Chimaira - ISBN 978-3-89973-356-3
Faszination Warane - Pflege und Zucht - von Hermann Seufer, Thomas Müller & Andreas Kirschner (1996) - Kirschner - ISBN 978-3-9804207-2-3
Wikipedia unter dem Suchbegriff: "Varanus pilbarensis"

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